Wie eine moderne Personen-Notsignal-Anlage gleichzeitig Sicherheit, Kommunikation und Geräteverwaltung verbessern kann.
Bei der Einführung einer Personen-Notsignal-Anlage (PNA) zur Absicherung von Mitarbeitenden müssen viele Anforderungen berücksichtigt werden. Neben der zuverlässigen Alarmierung spielen heute auch Themen wie Ortung, Geräteverwaltung, Mobilfunkabdeckung und IT-Sicherheit eine wichtige Rolle.
Ein Praxisbeispiel aus der Industrie zeigt, wie verschiedene Anforderungen sinnvoll kombiniert werden können — und wie daraus ein sicheres und wirtschaftliches Gesamtsystem entsteht.
Ausgangssituation
An einem Industriestandort sollte ein bestehendes Personen-Notsignal-System mit SIM-basierten Endgeräten abgelöst und gleichzeitig erweitert werden.
Die Anforderungen:
* Absicherung von vier Hallen
* zusätzliche Absicherung des Außengeländes
* einfache und zuverlässige Ortung
* möglichst geringe Infrastrukturkosten
* moderne und zentral verwaltbare Endgeräte
Die Hallenstruktur bestand aus:
* drei kleineren Hallen mit jeweils einem WLAN Access Point
* einer größeren Halle mit drei WLAN Access Points
Da alle Gebäude übersichtlich aufgebaut und eingeschossig waren, konnte die Ortung innerhalb der Hallen wirtschaftlich über WLAN-Näherung erfolgen. Die Positionsbestimmung erfolgt dabei auf Gebäude- bzw. Access-Point-Ebene.
Für einen besonders kritischen Bereich innerhalb einer abgeschlossenen Arbeitskabine wurde zusätzlich ein BLE-Beacon eingesetzt, um dort eine genauere Ortung zu ermöglichen.
Im Außenbereich stand kein WLAN zur Verfügung. Hier wurde die Ortung daher über GPS realisiert. Dank guter GSM-Abdeckung konnte die Kommunikation der Geräte problemlos über Mobilfunk erfolgen.
Damit war schnell klar:
Für die Absicherung des Außengeländes werden Endgeräte mit Mobilfunkanbindung benötigt.
Die entscheidende Frage: Ein Gerät oder zwei?
Im weiteren Projektverlauf stellte sich schnell eine zentrale Frage:
Müssen Mitarbeitende zukünftig weiterhin zwei Geräte mitführen — Mobiltelefon und Personen-Notsignal-Gerät?
Gleichzeitig wurde das bisherige BYOD-Konzept („Bring Your Own Device“) im Unternehmen zunehmend kritisch bewertet. Besonders beim Offboarding ehemaliger Mitarbeitender bestand das Risiko, dass Unternehmensdaten oder WLAN-Zugangsdaten auf privaten Geräten verbleiben.
Mehrwert durch eine Gesamtlösung
Die Entscheidung fiel schließlich auf robuste Smartphones mit integrierter SOS-Taste, die gleichzeitig als Diensthandy und Personen-Notsignal-Gerät eingesetzt werden.
Dadurch entstand nicht nur eine moderne PNA-Lösung, sondern gleichzeitig ein standardisiertes Kommunikationsgerät für die Mitarbeitenden.
Ein weiterer Vorteil:
Die LIV PNA wird inklusive Mobile Device Management (MDM) bereitgestellt. Dadurch können die Geräte zentral verwaltet und abgesichert werden — ohne zusätzliche MDM-Kosten.
Über das MDM lassen sich beispielsweise:
* Apps verwalten
* Zugriffe einschränken
* Telefonnummern steuern
* Geräte aus der Ferne warten
* Sicherheitsrichtlinien zentral umsetzen
Die Vorteile im Überblick
Kosten reduzieren
Durch die Zusammenführung mehrerer Funktionen in einem Gerät konnten verschiedene Kosten eingespart werden:
* nur noch ein Gerät pro Mitarbeitendem
* nur noch eine SIM-Karte
* geringerer Supportaufwand
* keine zusätzliche MDM-Lösung notwendig
Sicherheit erhöhen
Gleichzeitig wurde die Sicherheitsstruktur verbessert:
* zentrale Verwaltung aller Geräte
* bessere Kontrolle über Unternehmensdaten
* höhere Endgerätesicherheit
* zuverlässige PNA-Absicherung der Mitarbeitenden
Zusätzlicher Nutzen für weitere Bereiche
Im Lager wurde zusätzlich eine Push-to-Talk-App (PTT) eingeführt, wodurch die interne Kommunikation deutlich vereinfacht werden konnte.
Darüber hinaus wird aktuell geprüft, ob eine Kombination aus Scanner und Personen-Notsignal-Gerät zukünftig klassische Handscanner ersetzen könnte.
Auch externe Mitarbeitende profitieren:
Für Besucher und Fremdfirmen stehen an der Pforte zusätzliche Geräte für die Dauer ihres Aufenthalts bereit. Dadurch können externe Personen unkompliziert in das Sicherheitskonzept integriert werden.
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Über den eigentlichen Bedarf hinausdenken
Das Projekt zeigt deutlich:
Eine offene Kommunikation zwischen HSE, IT und Betrieb kann zusätzliche Potenziale sichtbar machen.
Aus der ursprünglichen Anforderung einer Personen-Notsignal-Anlage entstand eine Lösung mit Mehrwert für:
* Arbeitssicherheit
* IT
* Kommunikation
* Geräteverwaltung
* operative Prozesse
Oft lohnt es sich, nicht nur die reine Sicherheitsanforderung zu betrachten, sondern angrenzende Themen bewusst mitzudenken.
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Technischer Hintergrund
Die Alarmzentrale wurde klassisch lokal an der Pforte aufgeschaltet. Dort wird der PNEZ-Monitor überwacht und im Ereignisfall direkt reagiert.
Im zweiten Außenlager wurde zur Absicherung das **“Peer-Monitoring“** eingesetzt und durch Operator vor Ort übernommen.
So entstand eine praxisnahe Gesamtlösung, die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und organisatorischen Nutzen sinnvoll miteinander verbindet und dabei aber flexibel, erweiterbar und Hersteller unabhängig bleibt.